FREIGEIST


An Ihn



Es hat gedauert, bis ich etwas darüber schreiben konnte. Vermutlich musste ich warten bis das letzte Krümelchen Hoffnung aus mir rausgesogen und mir ins Gesicht gepfeffert wurde. Eigentlich wollte ich gar nicht schreiben, mit Ignoranz auf Ignoranz zu reagieren erscheint nicht unfair oder falsch. Doch ich kann nicht ignorant sein, so jemand bin ich nicht. Im Gegensatz zu dir.

Ich wusste, dass du nicht hierher kommen würdest. Die Vorstellung dich wieder zu sehen war zu schön, als dass sie hätte wahr werden können. Aber ich könnte deine Gründe verstehen. Respekt vor der Situation, vielleicht auch Angst. Ich kann es nicht wissen, denn du hast sie mir nie genannt. Und hier fängt mein Unverständnis an.

Natürlich, einfach nichts mehr zu sagen, dich nicht mehr zu melden und nicht auf meine Versuche nach einem Gespräch zu reagieren - das ist einfach. Du machst es dir leichter, als es ist. Wie kann man nur so feige sein? Wovor hast du Angst? Selbst wenn ich wollte, könnte ich dir nichts. Uns trennen Kilometer und Gedanken. Ich habe nichts, was ich gegen dich in der Hand habe. Nichts, was dich irgendwie treffen könnte. Doch du triffst mich.

 Es ist nicht mal Wut. Es ist Enttäuschung. Natürlich bin ich sauer, doch viel mehr bin ich verletzt. Diese Respektlosigkeit ist einfach schmerzhaft und ich glaube, ich habe ein bisschen mehr Ehrlichkeit verdient. Es ist nicht so, als wolle ich wieder mit dir zu tun haben - anscheinend bin ich dir ja eh nicht mal ein paar Worte wert. Ich möchte nur eine Erklärung. Ein bisschen Salbe für meinen aufgekratzten Stolz.

1.1.10 15:57


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