FREIGEIST


Die Quintessence des Staubes



What a piece of work is a man, how noble in reason, how infinite in faculties, in form and moving how express and admirable, in action how like an angel, in apprehension how like a god! the beauty of the world, the paragon of animals—and yet, to me, what is this quintessence of dust?
Zitate sind eine meiner liebsten Angelegenheiten, wie ihr sicher schon gemerkt habt. Heute ist es mal wieder unser lieber Shakespeare in seinem Stück Hamlet

Ist der Mensch, in all seiner Grazie und geistigen Stärke, in seinem Handeln und Denken, seinem Verständnis der Dinge wirklich gleich einem Gott? Was macht denn einen Gott aus? Ich bin kein gläubiger Mensch, ich glaube nicht an den Mann im Himmel. Doch ginge man nur von dem Begriff 'Gott' aus, beschreibt dies dann den Menschen? In all seiner Fehlbarkeit, in seinen falschen Einschätzungen? Mit der Gabe, unglaublich grausame Dinge zu tun? Ich denke kaum. Für mich ist das Wort 'Gott' immer ein versprechen von Unfehlbarkeit. Vielleicht kann ich deshalb nicht an einen solchen glauben.

Doch wenn wir keine Götter sind, nicht engelsgleich und voller Würde, Grazie und Anmut - sind wir dann die Quintessence des Staubes aus dem wir stammen? Eine Ansammlung Zellen, ein Körper - weiter nichts? Ich halte nicht viel von der Menschheit, immerhin hat sie schon all zu oft bewiesen, zu welch Grausamkeit sie fähig ist. Doch liegt in dem Mensch etwas wundervolles. Etwas, was ihm zu mehr macht als nur einer Hülle. Natürlich kann jedes Tier Glück empfinden und auch mit unserem Leben sind wir nicht allein auf der Welt. Doch in uns steckt etwas, dass uns zum denken drängt und zwingt. Es gibt uns Meinung, Freiheit, Charakter und die Gabe, etwas zu verändern. Etwas besser zu machen. Und auch wenn so manche diese Möglichkeit nicht nutzen, so kann der Mensch doch groß sein. Groß wie ein Gott.
1.12.09 22:23
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


chava / Website (1.12.09 22:38)
sehr reflektiert betrachtet!
lass mich eine sache aufgreifen:
der mensch, ist dem einen punkt, gottgleich (ich behandle den begriff wie du): er ist frei. erst einmal. entgegen all anderer lebewesen dieser erde, ist er sich über seine existenz bewusst. hat also bewusst, kognition. er kann entscheiden, frei entscheiden. frei, in dem sinne, nicht in all seinen handlungen an seine instinkte gebunden sein. er kann also lenken, wie gott lenken kann. und mit all seinen fähigkeiten, ist er dazu in der lage, das geschehen auf der erde zu lenken - wie nichts anderes auf dieser welt es kann. an dieser stelle könnte nur gott stehen, gäbe es ihn.


chava / Website (1.12.09 22:39)
oh, ich hab den ersten satz ein wenig verunstaltet:

lass mich eine sache aufgreifen:
der mensch ist in dem einen punkt gottgleich (ich behandle den begriff wie du): er ist frei.


Florian (1.12.09 23:50)
Wo ich grade hier bin und kommentiere nehm ich doch auch mal zu deinem Kommentar Stellung chava.
Ich sehe die Menschheit nicht als so "göttlich" an. Wieso sollten die Menschen einen Gott erfinden, etwas höheres nach dem sie streben, doch was sie niemals erreichen können. Darum geht es doch. Das Leben macht nur einen Sinn wenn man nach etwas unereichbarem streben kann. Die christliche Kirche setzte dort "Gott" als Synonym ein. Doch für einen Agnostiker wie mich gibt es halt etwas anderes.
Zweitens sind wir nicht "frei" Die Gesellschaft bindet uns an Handlungen und Handlungsweisen. Wir müssen uns immer mehr anpassen. Sei es in der Schule, dem Studium oder dem Beruf. Sozialem Umfeld wie Freundeskreis, Arbeitskreis oder der Sportgruppe. Überall kommen Zwäge auf uns zu.
Ferner sind wir, wie Freud es formulierte zu 90% von "Es" beherrscht. Das heißt der Trieb (des Tieres) schlummert in uns. Und das merken wir auch sicher oft genug. Beispiele dürft ihr euch nun denken (:
Ich möchte den Menschen nicht über "alles andere" stellen. Wir sollten uns vielmehr der Verantwortung bewußt sein, die wir durch die Mcht die wir haben uns aufbürgen müssen.
Ich möchte nicht sagen, dass wir nur eine Klumpen Zellen sind. Keinenes Falls. Der Mensch hat es geschafft sich seiner bewußt zu werden und kann sich so persöhnlich entfalten. Jeodch nur innerhalb der vorgegeben Grenzen.
Ich denke dass bescheibt nun wieso wir nicht Gott sein können. Denn wie Nici sagt ist ein Gott "unfehlbar" und das kann der Mensch nicht sein.
Doch jeder Versuch etwas gutes für die Welt zu tun bringt uns dem nonplusultra "Gott" näher. Gott bleibt unerreichbar.


Schokobanane / Website (2.12.09 16:15)
Bei den Griechen waren Götter keiensfalls unfehlbar. Sie betrogen ihre Männer und Frauen, sie liesen sich fehlleiten, sie fühlten Rachsucht und Liebe. Damit waren sie dem Menschen ähnlicher als der christl. Gott.

Ich denke nicht, dass der Mensch Großes geschafft hat. Und ich definiere groß nicht groß für die Menschheit, sondern groß für unseren Planeten, die Natur, das Leben. Haben wir letztendlich diesem Lebensraum, dieser pulsierenden Macht des Gebens und Nehmens nicht immer nur geschadet? Wurden wir nicht oft genug abgestraft? Versucht uns die Erde nicht letzendlich zu töten, uns, die wir alles zerstören? Wenn wir wirklich etwas ändern, etwas verbesser wollten, dann würden wir gut daran tun, unsere Rasse auszumerzen.
In meinen Augen sind wir Schädlinge.

Aber natürlich hätte ich nie den Mut, das durchzusetzen. Und ich will auch nicht, dass das jemand tut. Ich mag es, zu leben. Ich finde nur nicht, dass der Mensch groß sein kann oder Großes vollbringt. Im Gegenteil. Wir sind ganz kleine Wichte.


frei-geist (2.12.09 18:34)
schokobanane ♥ ich habe mit "groß" gemeint, dass der mensch in der lage dazu wäre, großes zu tun. wenn er das, was ihm gegeben ist und was er kann richtig ein und umsetzen würde. auch ich denke, dass dies leider meist nicht der fall ist. im gegenteil, wir machen uns selbst eher winzig klein.

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